Werkauswahl 2015

  • Ohne Titel
    2015
    Acryl auf Leinwand
    80 x 80 cm
  • Ohne Titel
    2015
    Acryl auf Leinwand
    80 x 80 cm
  • Ohne Titel
    2015
    Acryl auf Leinwand
    80 x 80 cm
  • Ohne Titel
    2015
    Acryl auf Leinwand
    80 x 60 cm
  • Ohne Titel
    2015
    Acryl auf Leinwand
    80 x 80 cm

Zum Werk von Christian Eder

Die Möglichkeiten des Sehens und der Farbwahrnehmung werden ausgelotet, Malerei als Experiment und serielle Versuchsanordnung, die Leinwand als Experimentierfeld.

In Kontrasten geschichtete Linien- und Streifenformationen, die Beschränkung im Gebrauch von Farbe und Form sind Wesensmerkmale der Werke von Christian Eder.

Bildkonstituierend treten diese immer wieder als seriell angelegte, sich über- und unterschneidende Liniensysteme und gliedernde Ordnungsmuster auf: Gerade, Horizontale und Diagonalen verdichten sich zu systematischen Anordnungen und bestimmen den Bildaufbau als wiederkehrende, in Variationen auftretende Elemente.

Linien, Flächen und Farbwerte, das Spiel zwischen Oberfläche und reflektiertem Licht provozieren eine Auseinandersetzung zwischen Form und Inhalt. Dabei kommt dem Grau der Streifen und Bänder im Bildhintergrund eine besondere Bedeutung zu, seine spezifische Qualität läßt benachbarte Farben und Linien hervorbrechen, miteinander interagieren. Mit feinem Auftrag gesetzte Farblineaturen entwickeln dort ihre besondere Intensität, wo sie auf dem abgedunkelten Bildgrund  in mehren dünnen Schichten übereinander ausgeführt wurden. Eine Hierarchie im Sinne eines "Oben" und "Unten" im Bild wird negiert durch die Gleichmäßigkeit und Ausgewogenheit der Ausführung als auch die Ausführung bis an die Bildkanten.

Die parallel angelegten Linienanordnungen treten einmal als Durch- bzw. Überschneidungen, dann wieder als Verbindungen der Bildfläche in verschiedene Richtung vor das Auge des Betrachters, verbinden sich von Mal zu Mal mit dem Helldunkel des Bildgrundes um dann wieder als trennende Elemente in Erscheinung zu treten.  Ein fragiles Gleichgewicht wird hergestellt, welches dort aus den Fugen gerät, wo sich das Betrachterauge in ihnen verfängt. Die dicht nebeneinander ausgeführten Linien verführen förmlich zu genauem Hinsehen, entziehen sich dann jedoch wieder dem Betrachter als in Bewegung versetzte, interferierende Fläche-Raum- Konstellationen.

In einem spezfischen Wechselspiel von Schärfe und Unschärfe beginnt die Farbe zu oszilieren, Wahrnehmung und Seherfahrung werden als individueller, kontextabhängiger Lernprozess erfahrbar gemacht.