GENERAL INFORMATIONS

Abstraction in dialogue - About artworks

Eder’s latest abstract works take a fundamental look both at the potentials of color and sensory perception, and the limits of traditional painting.
The starting point is always the challenge of how to cope with an area. The emerging interplay allows contrasts between color and non-color, area and line, shape and shapelessness to develop into dynamic picture arrangements, mostly in a square format.
In these works, the background is dominated mainly by contrasting black and gray stripes. On top of this, white lines emerge within shapely formations. These lines serve as a visual guide, an interplay between the colors of the foreground and the grayand black interplay of stripes in the background.

The layout of the complex, colorful geometric painting has been compacted through a long process of assessing and testing the colors and visual effects that arise from the juxtaposition of these narrow lines of color, ribbons, and stripes. Theeven distance separating each parallel line instills the painting with a sense of uniformity. Alternating stripes of thinly applied paint divide the image into horizontal and vertical sectors. Like a network or a grid structure, these stripes are what hold the systemtogether. In contrast to this, the diagonals break open the inner balance of the paintingstructure.
Vivid colors appear to expand, continuing on to the pale white of the walls. Fine, densely set lines of color overlap or transverse the gray and black stripecombinations,always at a right or an acute angle. In stark constrast, the colors develop theirown visual life.

Unlike other works in recent years, these newest paintings are no longer the result of awell thought-out process, planned down to the very last detail. Instead, the focus is nowon an intuitive process carried out directly on the canvas. This can sometimes be seen in small breaks or shifts in the lines, generating vibrations of color in the observer’s eye, orby densely painted lines that seem to set the paint in motion and cause a new color to emerge in the eye of the beholder. Customary viewing habits dictate that we always approach a picture on the wall directly from the front. However, if we change our position and approach one of these images from an angle, the dense lines begin to vacillate vividly. Contrasting colors alternate between the fore and background, merging with the adjacent line segments to create newcolor impressions, and instigating a feeling of constant motion. However, it is not the lines of paint themselves that move, but the human eye that is being stimulated into constant motion. The observer is invited to delve into the interactions of space, geometry, texture, and color and to contemplate their own perceptions.

Malerei und Geometrie

Parallel geschichtete Linien- Streifen- und Flächenformationen sowie die Beschränkung im Gebrauch von Farbe und Form sind Wesensmerkmale der Werke von Christian Eder. Mittels eines reduzierten, geometrischen Vokabulars untersucht er die Interaktion von Fläche, Linie, Farbe und Form, komponiert mittels diesem Werke, welche eine über die Bildgrenzen hinaus wirkende Dynamik entwickeln: Malerei und Abstraktion als visuelle Versuchsanordnung und Herausforderung für das Sehen.   

Bildkonstituierend  tritt dieses reduzierte Vokabular immer wieder als seriell komponiertes, sich gegenseitig  überlagerndes und überschneidendes, abstraktes Linien- und Streifensystem, dann wieder als gliederndes, oszilierendes  Ordnungsmuster und in Form vielschichtiger, komplexer Geometrien auf. Die Wahrnehmung von Farbe, Linie, Grund und Form wird herausgefordert.   

Gerade, horizontale und diagonale Linien verdichten sich zu individuellen, minutiös ausgeführten Bildordnungen, vielfach symmetrisch angelegt. Sie bestimmen den Bildaufbau als wiederkehrende, in Variationen auftretende Elemente.  Die Geometrie mit ihren Vertikalen, Diagonalen, Kreuzungen, Biegungen, Quadraten, Dreiecken und Kreisformationen wird sichtbar und visuell erfahrbar. Die Linien bzw. Liniensysteme fungieren einmal als bildstabilisierende, austarierende Elemente in diesen geometrischen Bildordnungen, um ein andermal eben diese durch die Fragilität der Ausführung und das Hinausziehen der Farbe bis an die Ränder der Leinwand bzw. des Bildträgers in Frage zu stellen. Die Malerei ist als Arbeitsprozess über einen längeren Zeitraum angelegt. Die Werke sind das Ergebnis einen kontrollierten Vorgehens. Jedes einzelne Bild wird dadurch auch zu einer Versuchsanordnung und Reflexion über die Zusammenhänge von Denken und Sehen und den Malprozess an sich. 

 

Linie, Farbe und Licht

Linie, Fläche und Farbe bzw. Farbwert, das Spiel zwischen Opazität der Oberfläche und wechselweise reflektiertem Licht provozieren eine Aus-einandersetzung zwischen Form und Inhalt. Dabei kommt der Ausführung des Bildhintergrundes  eine besondere Bedeutung zu.

Die spezifische Ausführung mit parallel geführten Farbbahnen und Linien in eine bestimmte Richtung, etwas von links unten nach rechts oben lassen die darüber ausgeführten Farben und Linien aus dem Bildgrund förmlich hervorspringen und in Interaktion zueinander treten. Die einer geometrischen Grundform innewohnende Kräfte werden sichtbar, scheinen in verschiedene Richtungen über die Grenzen der Leinwand hinaus eine Eigendynmik zu entwickeln. Die im Bildgrund angelegten Farbbänder und Streifen als auch die darüber ausgeführten Lineaturen sind stets scharf abgegrenzt und fungieren als eine Art Koordinatensystem innerhalb einer größeren, komplexen Ordnung. In jüngster Zeit werden diese strikten geometrischen Ordnungen von Mal zu Mal durch eine offenere, dynamischen Ausführung bzw. Linienführung  abgelöst, die Farbbänder und Flächen mitunter lasierend und weniger streng ausgeführt.  

Die mit feinem Farbauftrag exakt ausgeführten, häufig in mehreren Schichtungen gesetzten Linien und Linienformationen entwickeln dort ihre besondere Intensität, wo sie auf dem abgedunkelten Bildgrund  fast schon reliefartig anmuten oder förmlich im Licht hervorspringen. Eine Hierarchie im Sinne eines "Oben" und "Unten" im Bild wird negiert durch die Gleichmäßigkeit und Ausgewogenheit der gesamten Bildfläche. 

Farbe tritt je nach Lichteinfall als kraftvolles Farbfeld oder als pulsierende Bewegung vor den Betrachter, als ein filigranes sich bewegendes Gewebe, welches sich je nach Lichteinfall jäh zu verändern vermag.

Wir sind es aus unserer Sehtradition  heraus gewohnt, uns dem Bild von der Mitte her zu nähern, die Mitte als ideale Sehposition zu betrachten. Nähern wir uns dem Bild jedoch seitlich, oder mit schrägem Blickwinkel, beginnt das jeweilige Farbfeld bzw. die Farbe unter dem Lichteinfall und der Lichtbrechung zu schwingen, die gleichmäßig gesetzten Pinselstriche beginnen zu pulsieren und versetzen das gesamte Bildgefüge in Bewegung.  

Malerei und Abstraktion als Dialog

Die zumeist als abstrakte, geometrische Bildordnungen angelegten Kompositionen treten hier in dieser Malerei einmal als Grenzen, dann wieder als Verbindungen von Figurationen und Konstellationen in verschiedene Richtung vor das Auge des Betrachters. Sie verbinden sich von Mal zu Mal mit dem Helldunkel des Bildgrundes um dann wieder als trennende Elemente in Erscheinung zu treten. Ein fragiles Gleichgewicht im einzelnen Werk wird hergestellt, welches dort aus den Fugen gerät, wo sich das Betrachterauge in den fein gegliederten und in großer Dichte zueinander ausgeführten  Farbspuren und Lineaturen verfängt. Die dicht nebeneinander ausgeführten Linien verführen zu genauem Hinsehen.  Sie entziehen sich dann jedoch wieder dem Betrachter als in Bewegung versetzte, interferierende Fläche- Raum- Konstellationen: In einem Wechselspiel von Schärfe und Unschärfe beginnt ein optisches Spiel: die Farbe osziliert. Die Fläche wird zum Raum.  Die Fläche, der Raum und die Farbe als gegebene Realität oder als lllusion? Malerei fordert hier als unmittelbare Versuchsanordnung das Sehen und die individuelle Wahrnehmung heraus: Malerei als sinnliches Wechselspiel von Geometrie, Farbe und Lineatur.

 

 

 

 

 

 

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